Wie konnte ein Mann im weißen Trainingsanzug an einem Dienstag der Königin die Hand schütteln, am Mittwoch das Leichenschauhaus eines Krankenhauses besuchen und sich aus jeder Ermittlung herauswinden, die ihm je nahekam?
Fünfzig Jahre lang hielt Jimmy Savile Großbritannien in seiner Hand. Er sammelte vierzig Millionen Pfund für wohltätige Zwecke. Er war mit einem Premierminister befreundet. Er beriet einen künftigen König. Er wurde von der Königin zum Ritter geschlagen und vom Vatikan geehrt.
Hinter dem breiten Grinsen und der Zigarre war er zugleich der hemmungsloseste Sexualstraftäter der britischen Geschichte.
Dies ist keine Aufzählung dessen, was er tat. Es ist ein forensischer Tauchgang in das Warum. Warum er das Kostüm trug. Warum er fünf Häuser in fünf Grafschaften unterhielt. Warum er zweihundert Marathons lief. Warum er sich vierzig Jahre lang im Leichenschauhaus eines Krankenhauses engagierte. Warum er einem Reporter lachend erklärte, er habe vor, dem Land für immer die falsche Vorstellung von sich zu vermitteln.
Jede Institution, die ihn hätte aufhalten müssen, die BBC, der Palast, die Polizei, die Kirche, der staatliche Gesundheitsdienst, verließ den Schauplatz danach mit derselben tatenlosen Floskel. Es seien Fehler gemacht worden.
Von wem?
Das Gefüge, das ihn gewähren ließ, steht noch immer. Irgendwo geht heute Nacht ein Mann mit einem laminierten Ausweis in der Brieftasche einen stillen Flur entlang und lächelt das Lächeln, dem das Land vertrauen gelernt hatte.
Du wirst den sichersten Mann im Raum nie wieder mit denselben Augen sehen.