Ungleichheitsstrukturen über viele Jahrhunderte historisch gewachsen. In literarischen Zeugnissen werden sie auf eine ganz eigene Art verhandelt. Daher lohnt sich ein Blick in literarische, volkssprachliche Quellen, um zu untersuchen, wie Ungleichheiten, Marginalisierungen und Stereotype dort thematisiert, entworfen und gegebenenfalls unterlaufen werden. Genau dies ist das Erkenntnisinteresse der vorliegenden Arbeit: Maline Kotetzki fragt nach narrativen Mustern bezüglich der Interaktionen zwischen der Dominanzgesellschaft und Außenseiter*innen am Beispiel von Mixanthropoi, also animalisch-menschlichen Mischwesen. Der Intersektionalitätsansatz wird als ein Mittel herangezogen, um herauszufinden, welche Kategorien für die Einordnung der Figuren eine Rolle spielen und inwiefern sie ausschlaggebend für sowohl Diskriminierungen als auch Privilegierungen sind. Mixanthropoi in der volkssprachlichen Literatur des Mittelalters - eine Folie für Ungleichheiten