Drei Körper am Fluss. Sauber arrangiert wie ein Stillleben. Süßer Geruch über dem Wasser, Krähen im Nebel. Ich sollte nur den Tatort übernehmen - und stolpere in eine Handschrift, die Anatomie mit Ästhetik verwechselt. Jemand arbeitet in Körpern, ruhig, präzise, ohne Zittern. Jemand, der entscheidet, was Schmerz ist - und was Schönheit.
„Gefühllos" erzählt eine Nacht, die nachhallt: eine Ermittlerin mit zu vielen offenen Fragen, ein Täter, der Nerven zum Schweigen bringt, und eine Stadt, die tut, als hätte sie nichts gesehen. Kein Pomp, kein großer Apparat - nur Wasser, Metall und die Gedanken, die man nicht mehr abstellen kann.
Diese Kurzgeschichte steht für sich: düster, konzentriert, in Ich-Perspektive erzählt - ein Psychothriller im Noir-Ton. Gewalt wird nicht ausgeschlachtet, sondern als Kälte spürbar. Perfekt für eine Lese-Session am Stück - und lange danach im Kopf.