In welchem Zusammenhang steht die deutschsprachige Literatur der Jahrhundertwende mit dem Diskurs der "Lebensreform"? Auf diese Frage geht der Band detailliert ein, indem hier die theoretisch-inhaltliche Verarbeitung von Ernährungsreform, Naturheilkunde, Freikörperkultur etc. durch die Autor_innen des beginnenden 20. Jahrhunderts diskutiert werden. In den Beiträgen renommierter Literatur- und Kulturwissenschaftler_innen aus Europa und den USA werden nicht nur bekannte Namen wie Kafka, Hesse und Rilke verhandelt, sondern auch bisher weitgehend unerforschte Schriftsteller_innen wie Speyer, Schwaner und Bölsche. Zentral ist dabei die Fokussierung der Texte auf das Alltagsleben der Moderne sowie die Diskussion des durch Nietzsche geprägten theoretischen Gerüsts.