Im Fokus der Betrachtung steht eine seit Jahrzehnten problematische regionale Geschichtskultur. Internationale Expertinnen und Experten aus Geschichtswissenschaft, Archäologie und Museologie untersuchen, wie aus militärischen Operationen zwischen September 1944 und Februar 1945 narrativ die »Schlacht im Hürtgenwald« konstruiert wurde. Die Beiträge analysieren die Mechanismen lokaler Geschichtsproduktion, von mythisierenden Opfernarrativen über apologetische Wehrmachtsdarstellungen bis zur systematischen Ausblendung von NS-Kontexten. Das innovative Konzept der Konfliktlandschaftsforschung macht sichtbar, wie sich materielle Überprägung und diskursive Bedeutungsproduktion wechselseitig bedingen. Der Band dokumentiert zugleich neue Vermittlungskonzepte und trägt zu einer demokratischen Erinnerungskultur bei, die sich ihrer Verantwortung für die kritische Aufarbeitung von Gewalt und Unrecht stellt. Konfliktlandschaften kritisch lesen: Der Hürtgenwald als erinnerungspolitische Herausforderung